ANGRIER THAN YOU! Hart. Direkt. Oldschool.

Die Münchner Hardcore Formation ANGRIER THAN YOU veröffentlicht am 18. Mai im Feierwerk Sunny Red ihr Debüt 'FROM THE OUTSIDE LOOKIN' IN'. Das Album mit 13 Songs erscheint als kleine limited Edition auf Schallplatte in farbigem oder schwarzem Vinyl, nummeriert, mit Textblatt und Download Code oder als CD. Also Zeit, die Jungs mal selbst im Interview zu Wort kommen zu lassen. ANGRY, OLD AND POOR - ANGRIER THAN YOU IM INTERVIEW

Die Münchner Hardcore Formation ANGRIER THAN YOU veröffentlicht am 18. Mai im Feierwerk Sunny Red ihr Debüt 'FROM THE OUTSIDE LOOKIN' IN'. Das Album mit 13 Songs erscheint als kleine limited Edition auf Schallplatte in farbigem oder schwarzem Vinyl, nummeriert, mit Textblatt und Download Code oder als CD. Also Zeit, die Jungs mal selbst im Interview zu Wort kommen zu lassen.


ANGRY, OLD AND POOR - ANGRIER THAN YOU IM INTERVIEW

Stupid people, all around me, only shitheads around the world. Talking bullshit all the time, believe me – it´s enough!
Where are my dreams, where are my hopes? They are drowned in time, no chance to get them back - just waiting around to die.
ANGRY, OLD, POOR! ANGRY, OLD, POOR! ANGRY, OLD, POOR! ANGRY, OLD, POOR!
Our god-like capitalist system ruins a thousand lives, criminals in suits and ties run free, while people starve and die.
I´m angry, I´m old and poor, but that´s fine with me. Because I am not the only one, and we are fighting until we´re free.
ANGRY, OLD, POOR! ANGRY, OLD, POOR! ANGRY, OLD, POOR! ANGRY, OLD, POOR!

Hey Jungs, schön, dass das mit dem Interview gleich so geklappt hat, also gleich mal in die Vollen: Bei 'ANGRY, OLD AND POOR', einem Song der Debüt LP 'FROM THE OUTSIDE LOOKIN' IN', knallt ihr dem Hörer die drei Worte angry, old und poor in die Fresse. Wütend ist klar, bei dem Bandnamen und dem Sound. 'Poor' - also arm, auch verständlich, Kohle haben wir auch keine, geht uns wohl allen so, aber bei 'old' wollen wir doch mal nachhaken: Ihr seid also, obwohl das eurer erstes Album als ANGRIER THAN YOU ist, wohl schon länger dabei, hehe, und habt bereits Banderfahrungen gesammelt, oder? Vielleicht stellt ihr euch mal kurz vor und erzählt, wie die Band entstanden ist?

Wolfy, Drummer bei ATY: Ich bin wahrscheinlich der Unerfahrenste in der Band. 2006/2007, mit 25/26 eigentlich viel zu spät, hab ich mit dem Schlagzeug spielen angefangen. Nach paar Monaten Rumkloppen hab ich mir dann ein paar Leute gesucht, mit denen ich nen Raum mieten und jammen konnte. Nach relativ kurzer Zeit entstand dann meine erste Band 'COMA STATE', mit der ich 2008 mein Live-Debut gegeben hab.
Wir spielten modernen Hardcore. 2012 löste sich die Band auf. Nach einigen Monaten Pause und Abstand wollte ich wieder was Neues und gründete Mitte 2013 mit Jo von COMA STATE und Stefan, den ich übers Netz gefunden hatte, ANGRIER THAN YOU.
Jo, unser Gitarrist, spielte übrigens auch schon - damals noch im Allgäu - bei 'Los Pendejos Increibles', 'Stitch', 'Detektei Glasauge', 'D.F.A.'.

Rock-Pop-Punk auch für nicht Skater geeignet Quelle: Nachrichten im Allgäu | all-in.de - das Allgäu online! Anfang 2014 brach ich mir dann in kurzer Zeit beide Beine hintereinander, klemmte mich aber während dieser Zeit hinters Mikro, schrieb die Texte für unsere Songs und sang sie auch bei Proben ein. Zum Glück fanden wir dann nach langer Suche David, unseren Sänger, und ich konnte wieder an die Drums. Dadurch verzögerte sich aber unsere erste Live-Show bis Ende 2014. Im Moment bin ich nur bei ATY aktiv, spiele aber gelegentlich bei 'LOOSE' zwei bis drei Songs live. 

Stefan, Gitarre: Bin als 'Spätzünder' erst 2004 als Gitarrist bei den Münchner Punk-Rock Band 'SUBNOTES' eingestiegen und dort auch heute noch aktiv. Um meine Leidenschaft - NYHC - ausleben zu können, bin ich 2013 zu 'Angrier than You' gestoßen. Meine musikalischen Wurzeln liegen tief in den 80er Jahren – zu meinen wesentlichen Einflüssen zählen u.a. 'The Exploited', 'The Sex Pistols', 'The Descendents', 'Dag Nasty', 'Agnostic Front', 'Slayer', 'Metallica', 'Youth of today', usw.

Sascha, Bass: Bin nördlich von Dortmund groß geworden. Meine ersten Bandprojekte waren Anfang der 90er Jahre Hardcore/Punk Projekte in einem Jugendheim dort. Nach der Schule bzw. dem Zivildienst sind wir als Band, bis auf den damaligen Sänger, nach Berlin gezogen und haben dort mit einem Berliner Sänger die Hardcore Band 'Boondock 7' gegründet. Einiges vom Songmaterial dieser Band spielen wir heute noch bei 'SLICE OF LIFE'. Meine ersten Projekte in München waren 'I Killed Romeo' und 'HOSTAGES', damals noch 'PLATZWUNDE'. Aus diesen Bands sind dann 'SLICE OF LIFE' und 'KLOPPSTOKK' hervorgegangen, zwei immer noch aktuelle Projekte von mir.

David, Gesang: Ok, meine erste Punkband wurde mit zwölf Jahren gegründet: 'Die Magengeschwüre'. Klingt scheiße, waren wir auch. Immerhin spielten wir Konzerte und liefen im Zündfunk mal als 'Kuriosum'. Aufgrund meines musikalischen Unvermögens wurde ich Sänger. Das ist bis heute so geblieben.
Aus den 'Magengeschwüren' entstand schließlich 'Evil Horde', die vielleicht noch mancher alte Sack kennt. Wir waren damals so eine Art 'Tokyo Hotel' der Punk/HC-Szene, da wir alle bei der Bandgründung um die fünfzehn Jahre alt waren - der signifikante Unterschied zwischen Tokyo Hotel und Evil Horde war aber, dass wir keine Millionen verdient haben, keine Fanhorden vor unseren Gigs campiert haben und wir die geilere Musik gemacht haben... .
Ich habe mit Evil Horde viel erlebt, wir waren mit 'ALL' auf Tour, spielten Konzerte mit großartigen Bands wie 'Bad Religion', 'Notwist' - bei denen ich die Ehre hatte, auf deren Debüt-LP einen Song zu singen, 'Victims Family', 'Poison Idea', 'NOFX' und vielen anderen und - ja, es war eine großartige Zeit.
Aber irgendwann merkten wir, dass wir uns persönlich und auch musikalisch auseinandergelebt hatten. Unser Schlagzeuger stieg aus, dann ich. 'Evil Horde' nannte sich dann 'Boy Eats Own Head'. Das war es auch dann für meinen musikalischen Werdegang. Ich hatte keine einfach keine Lust mehr.
Bis zum Sommer 2015. In mir hatte sich in den Jahren immer mehr der Gedanke geformt, dass ich wieder Musik machen wollte. Es fehlte nur eine Band... Ich bekam den Tipp, den Wolfy anzuschreiben, da ich gehört hatte, dass ATY einen Sänger suchten. Das tat ich. Das Ergebnis liegt mit 'From the outside lookin in' jetzt vor - und ich bin stolz wie Otto, Teil dieser Familie zu sein.

David mit EVIL HORDE als Opener for POISON IDEA im AJZ Bielefeld, 1991.


Okay, ihr kommt also allesamt aus der Hardcore/Punk Ecke. Klar. Bei den ganzen aktuellen Stilrichtungen - in welcher Schublade seht ihr euch selbst?

David: Ich glaube, dass es recht offensichtlich ist: Old-School HC mit einer NYHC-Kante. Obwohl ich den Begriff 'Schublade' nicht mag. Wir machen die Musik, die wir machen wollen, und das ist gut so. Als ich damals mit Wolfy den ersten Kontakt hatte und wir uns gegenseitig beschnuppert haben, hatte ich recht großen Schiss, dass mir der Sound der Band nicht taugen würde. Ich hatte eine klare Vorstellung von der Musik, die ich wieder machen wollte: hart, direkt, oldschool. Als ich dann die ersten Proberaum-Aufnahmen hörte, war mir sofort klar, dass das der Sound war, den ich machen wollte. Wer weiß, vielleicht macht man in fünf Jahren Folklore-New-Infusion-Metal-mit-Geige... aber wahrscheinlich ist das wohl eher nicht.

Wolfy: Ist immer bissl ne Interpretationssache. Was ist oldschool, was ist modern oder post... das entscheiden eh meist die Hörer... Wir sind alle sehr stark von Punkrock und älterem Hardcore-Punk bzw. NYHC beeinflusst, daher würde ich uns auch in die Schublade oldschool HC/Punk mit modernen Einflüssen stecken. Oder vielleicht andersrum? Moderner HC/Punk mit Oldschool-Einflüssen?!?! Oder doch Postpunkhardcoremetal mit NYHC Einfluß!?!?? Hahahahaha... Auf jeden Fall erfinden wir das Rad nicht neu.


Ihr veröffentlicht nun am 18. Mai eure erste LP 'From The Outside Lookin In'. Zum Albumtitel - wofür steht der eigentlich?

Wolfy: Für mich bedeutet der Titel eine Abgrenzung zur heutigen Gesellschaft, speziell in meiner Stadt München. Erstens sind wir, die sich in einer Undergroundbewegung/Szene bewegen, immer eine Minderheit oder Randgruppe, welche nicht wirklich in unsere Gesellschaft passt. Die meisten von uns bewegen sich außerhalb davon oder versuchen es so gut wie möglich.
Die zweite Aussage, die mir persönlich sehr wichtig ist und auch sauer aufstößt, betrifft die Wandlung dieser Stadt und auch vieler anderer Großstädte. Es ist ja sehr schwer zu ignorieren, dass die Lebenshaltungskosten in München in den letzten Jahren rapide ansteigen und kein Ende in Sicht ist. Die Mieten steigen ins Unermessliche, kleine Geschäfte, Handwerksläden, Kneipen, Clubs, usw. verschwinden, und große Ketten, Immobilienhaie mit unbezahlbaren Luxuswohnungen, unzählige unnötige Bürokomplexe und Studentenstudios machen sich breit.
Ich befürchte, dass sich nur noch die Oberklasse ein Leben in München leisten kann und die Arbeiterschicht bzw. Leute, die diese Stadt am Laufen halten, wie z.B. Handwerker, Dienstleister, Straßenarbeiter, Busfahrer, Bäcker, Studenten, die nicht alles von Papi in den Arsch geschoben bekommen, usw., müssen weichen und in Vororte bzw. noch weiter raus ziehen, um sich noch ne vernünftige Wohnung leisten und vielleicht auch ne Familie ernähren zu können.
Um in der Stadt zu arbeiten und den Dreck weg zu machen, sind wir noch gut genug - und nach Feierabend bitte wieder schnell raus aus der Stadt, damit die Yuppies nicht gestört werden und das Stadtbild schön sauber aussieht. Wir dürfen uns das Geschehen dann quasi von außen betrachten, also: from the outside lookin in...

angrier than you - from the outsude lookin in lp


Und um welche Schwerpunkte geht's da sonst noch inhaltlich?

Wolfy: Die meisten Songs sind in der Anfangszeit von ATY entstanden und beschäftigen sich meist mit persönlichen Erfahrungen/Empfindungen und sozialkritischen Themen. Wir selbst sehen uns nicht als aktive politische Band, daher wurden politsche Themen bisher nicht verarbeitet - was nicht bedeutet, dass wir 'UNPOLITISCH' sind. Sehr wohl haben wir eine politische Sichtweise/Meinung oder Stellung. Wobei man den Songs Warslave und 1312 schon auch als eine politische Aussage interpretieren kann oder soll. Ich bin mir aber sicher, dass zu solchen Themen noch mehr Output von uns kommt. Bisher schwimmen wir mit unseren Lyriks schön im typischen HC Klischee mit.

David: Ich denke, dass es auf der Platte keinen 'konkreten' Schwerpunkt gibt. Die Platte ist eine Mischung aus sehr persönlichen, fast 'privaten' Songs (z.B. Inner Strength oder Preservation), Songs, die unsere politische sowie moralisch/ethische Überzeugung klarstellen (z.B. Greed Inc., 1312 oder Warslave) und Liedern, die unter anderem für den gesamten Zusammenhalt unserer Szene bzw. für Freundschaft im allgemeinen stehen (SouthCity, Are you with me?!). Ich denke, dass der Schwerpunkt, wenn es denn einen geben sollte, auf einer Rückbesinnung an die 'old school'- Werte der frühen HC/Punk Bewegung liegt. Im Sinne von: unity, friendship, loyalty, no racism, no fascism.


Als letzte Frage an euch persönlich: Welcher Song ist für euch auf der Platte am wichtigsten?

Wolfy: Schwierig - aber wenn ich mich entscheiden muß, wäre 'Preservation' definitiv ein Lieblingsong.
Er hat für mich textlich eine große Bedeutung und ich höre ihn mir immernoch gerne an, da er irgendwie sehr abwechslungsreich ist und schön grooved. Live spiele ich am liebsten 'Angry old and poor'. Dieser Song hat einfach eine krasse Energie und schiebt an. Einfach ein klassischer, unverschnörkelter Hardcore-Punk Song.

Stefan: Auf dem ATY-Album 'From the outside looking in' finde ich 'True Grit' am geilsten. Der Song bringt schnörkellos alles auf den Punkt, was den Hardcore der alten Schule ausmacht. Ein musikalischer Schlag in die Fresse, verbunden mit einem astreienen Bekenntnis zu mehr Zivilcourage.

Sascha: Für mich ist es der Song 'Keep Your Distance'. Da ich persönlich bei der Entstehung von den Liedern auf der Platte noch nicht dabei war, ist es für mich das Lied, was mich beim Spielen gefühlsmäßig am meisten nach vorne haut.

David: Ganz ehrlich, für mich steckt in jedem Song soviel Herz, dass ich nicht sagen kann, welcher am wichtigsten ist. Die ganze Platte ist für mich wertvoll und persönlich wichtig.

Super Schlußsatz! Haha. Vielen Dank, dass ihr euch für dieses Interview Zeit genommen habt.
Wir freuen uns auf die Releaseparty im Feierwerk!


Donnerstag, 18. Mai | 20 Uhr | Feierwerk Sunny Red 
ANGRIER THAN YOU Album Release Show mit CAOS CARTEL und RÖTTEN SHOCK
EINTRITT GEGEN SPENDE! In München Nix Los! Support your local..

angrier than you

ANGRIER THAN YOU: David - vocals | Wolfy - drums | Stefan - guitar | Sascha - bass | Jo - guitar, vocals angrierthanyou.bandcamp.com/facebook.com/AngrierThanYou/


Tags: Hostages, Evil Horde, Slice Of Life, Coma State, Angrier Than You