The Gumbabies - Love, Piss & Underpayment

77 to ELEVEN! Die GUMBABIES tragen mit der neuen 12"'Love, Piss & Underpayment' Punkrock zu Grabe!   

gumbabies-love_piss_underpayment-epAufgenommen, gemischt, gemastered im July 2010 von Jakob 'failure records' Braun (Destination: Failure!) präsentieren die fünf Münchner zwei Jahre nach dem Album 'This is plastic' vier neue Tracks mit Ohrwurm-Garantie zwischen klassischem '77 UK & US-Punkrock. Die Record Release Party fand am 03.03.11 mit dem kraftvollen ENTARTET-Seitenprojekt ALL MY HATE FOR ... (gleichnamiges Debut Album von 2010) im Sunny Red statt.


Exklusives Interview mit dem Gumbabies Frontmann Phil Zero 'zur Lage der Nation und des globalen Befindens insgesamt'...

Frage: Auf dem Flyer zur Record Release Party (mit All My Hate For ...) kündigt ihr die neue Platte 'Love, Piss & Underpayment' mit folgenden Worten an:'The Night We Bury Punkrock - Funeral March by The Gumbabies' War’s das jetzt mit den Gumbabies und Punkrock? Macht ihr jetzt Blues oder was?

2011-03-03_sunnyred-s* Phil Zero: Punkrock ist per se Blues. Zumindest unserer. Im Prinzip gehe ich gern damit konform, dass Punkrock alles sein kann, außer faschistoidem Schrott. Dadurch, dass es eben ALLES sein kann. Anyone can be an artist, except for the artists, maybe, haha. Jedenfalls ist Punkrock, wie wir ihn spielen, sprich zwei Gitarren, die letztlich die linke und die rechte Hand eines guten Pianisten ersetzen, und Basslines und Lyrics, die auch wirklich Texte sind  -und nicht nur ein weiteres Begleitinstrument- und ein Schlagzeug, das hauptsächlich das Gefühl, dass das nicht nur Musik ist, sondern etwas, das lebt, verstärken sollen – Blues. Meiner bescheidenen Meinung nach. Das mit der Beerdigung von Punk habe ich ja live erklärt. Ging vermutlich im allgemeinen Glückstaumel unter: Es bleibt das Gleiche, was es ist, nur heißt es jetzt ‚Kick-Ass-Blues’, eine besonders perfide Form des ‚Post-Punk’, die ich erfunden habe, um neue Käuferschichten zu erschließen, haha.

Vielen Dank übrigens noch mal an All My Hate For... fürs Dabeisein bei der Releaseshow, eine meiner derzeitigen absoluten Lieblingsbands aus München.


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Love, Piss & Underpayment 12inch EP

Released: 03.03.2011


1. Liquid Sunshine
2. I Hate Fun
3. In A Nutshell
4. Safety Pins On Television (Public Toys)

 

- 12" Vinyl EP
- einseitig bespielt
- auf 500 Stück limitierte Auflage
- mit Textblatt, Poster, Aufkleber und
- mp3 Download Code

CAMPARY REC. / MATULA REC. / SCHLECHT & SCHWINDLIG / SICK NIGHT REC. / MUNICH PUNK SHOP


Frage: Neben den 3 neuen, sehr schön abwechslungsreichen Eigenkompositionen auf der EP gibt's noch die 4. Nummer: eine Wahnsinns-Cover-Version von den Public Toys - Safety Pins on Television! Wie kam es dazu?

pt_safetypins* Phil Zero: Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass etwa Uwe Umbruch von Toys bereits bekundet hat, dass er die Version sehr schätzt. Die Toys haben in ihrer Spätphase mit der ‚Safety Pins’ Single (1998) und der ‚Rock'n'Roll Terrorists’ zwei bis heute unglaubliche Punkrock-Platten gemacht. Saftey Pins ist ein Song, den einige von uns seit Ende der 90er einfach ziemlich ins Herz geschlossen haben. Irgendwann haben wir ihn einfach mal gemacht, wie das so ist mit Liedern, die man schätzt. Es war nur konsequent, ihn irgendwann zu machen. Und er passt, finde ich, 12, 13 Jahre später, in eine noch weiter pervertierte Marketing&Media-Gesellschaft noch besser als in der MTVIVA-Zeit, in welcher er geschrieben wurde und die gegen den heutigen Sellout seltsam harmlos wirkt. Was diese Zeit aber nicht war. Die heutigen Strukturen sind die konsequente Weiterführung davon. Es bleibt pervers. Und es bleibt ein hervorragender Song.

Frage: Love, Piss & Underpayment - Was wollt ihr mit dem Titel zum Ausdruck bringen? Um was geht’s denn inhaltlich bei den neuen Songs?

* Phil Zero: Ursprünglich war es ein spontaner Arbeitstitel. Bis auf ‚Another Ragged Army’, bei der ich mich aber ernsthaft nicht mehr an den ‚Arbeitstitel’ erinnern kann, sind die bei unseren Veröffentlichungen aber bis jetzt immer kleben geblieben. Vielleicht ist das Spontane für unseren Zweck stets am besten?! So schreibe ich auch meine besten Texte, meist als first takes innerhalb von wenigen Minuten. Der Plattentitel war zunächst ein kleines, primär nicht so interessantes Wortspiel mit ‚Peace, Love and Understanding’... die Hippies haben versagt. Wie alle Generationen vor und nach ihnen sind sie gescheitert. Vielleicht werden wir das auch, wenn wir das Pech haben alt genug zu werden und zu versagen? Haha. Naja, als Generation der Anfang der 80er/Ende der 70er Geborenen eh schon längst, als Personen kommt hoffentlich nicht noch der Punkt, an dem wir unser jeweiliges Lebenskonzept wirklich bereuen. Aber der Titel hat während der Aufnahmen eine neue Dimension bekommen. Zum einen textlich, weil mir auffiel, dass dieser stete Diskurs zwischen Beziehungsproblemen/Sorgen um geschätzte Menschen, Perversionen/Exzessen und beruflicher Unzufriedenheit/Zukunftsangst in den Menschen mit zunehmendem Alter nur noch wächst. Das schlimmste Teenageralter scheint die Sinnkrise der Menschen über 25 in einer sinnentleerten Welt zu sein. Tom kam irgendwann auf das schöne Konzept, Heilige zu benutzen um an Ihnen die Attribute der ‚neuen Gottheiten’ einer ziellosen Welt aufzuhängen. Ich fand es sofort wundervoll.

Frage: Zur Band-Besetzung: Who the hell is Vic Seasick? Was wurde aus Hank?

The-Gumbabies_Bandfoto

The Gumbabies (von links nach rechts):

Phil Zero (vocals)
Tom Obnoxious (drums)
Vic Seasick (guitar)
Johnny Innocent (guitar)
Herzna (bass)

* Phil Zero: Vic Seasick ist zunächst ein unfassbarer Gitarrist, und das sage ich nicht nur so. Ich habe selten jemanden erlebt, mit dem ich sowohl auf menschlicher Basis als auch auf künstlerischer von Sekunde eins so derart harmoniert habe – und das heißt was. Vic war dereinst Gitarrist der großartigen ‚Wilde 13’. Als die sich auflösten, traf sich das gut, weil Hank sich gerade beim Rollerhockey spielen gegen Agnostic Front in der letzten Spielminute den Fußknöchel (links) verstaucht hatte und daher einige Zeit lang in geschlossene psychiatrische Behandlung musste. Der Sieg war zum Greifen nahe gewesen! Nein, im Ernst: In Wirklichkeit war es ein fließender Übergang. Hank war durch seinen Job als professioneller Live-Tontechniker im 59:1 immer stärker eingebunden. Vic spielte bereits seit geraumer Zeit immer häufiger seine Slots live, weil Hank terminlich nicht mehr konnte. Und er interpretierte auch die älteren Songs anders und auf seine Weise auch grandios, ohne den Charakter der Leadlicks zu verändern. Beides sind ernsthaft großartige Leadgitarristen. Aber irgendwann war allen Beteiligten eigentlich klar: Der Wechsel hat sich bereits vollzogen – wie vielleicht bei einer alten Partnerschaft. Es wurde irgendwann einfach ausgesprochen, zur Zufriedenheit aller. Hank kann sich nun auf den Job an den Knobs konzentrieren, Vic wurde komplett ins Songwriting mit einbezogen. Und das hat meines Erachtens das Spektrum unserer Möglichkeiten noch mal auf sehr pushende Art erweitert. Was ich an ‚Love, Piss & so on’ schön finde, ist, dass es die erste Platte ist, auf der Songs sind, an denen Vic auch aktiv mitgeschrieben hat. Damit ist die Zäsur auch in der Diskografie da, die live schon seit zwei Jahren da Fakt ist. Das ist auch so ein Punkt mit der Single-Serie von der nur die Erste von Dreien bisher erschienen ist...

Frage: Seit eurem letzten Album 'This is Plastic' sind ja nun fast zwei Jahre vergangen. Warum hat es so lange gedauert, bis ihr euch nun mit Love, Piss & Underpayment wieder zurückmeldet? Und warum ist von der geplanten Mini-EP Reihe mit ‚Back To No Future’ nur die Erste erschienen?

* Phil Zero: Für ‚Plastic’ haben wir einige Songs mehr gemacht, als letztlich auf dem Album erschienen sind. Nicht, weil sie schlechter waren, einige waren auch öfter in Livesets zu finden, aber letztlich hörst Du dann nach den Aufnahmen die fertige Footage an und stellst fest: Die 13 passen herrlich in dieser bestimmten Reihenfolge zusammen. Die andern paar, die seh ich nicht in dem Album. Aber es sind Deine Babies und Du magst sie. Also: Kühl, dann hauen wir die in ne EP-Reihe in Pärchen, wo sie matchen und kleine Bomben bilden. Bei geplanten limitierten DIY Auflagen von 110 Stück ging es einfach nur drum, dass wir es primär schade fanden, sie trotzdem gar nicht zu releasen. Das waren die letzten Hank-Sessions.

gumbabies-back-toNachdem die erste raus war, die einzige auf der neben dem unreleasten ‚Questionnaire’ noch mit ‚Back To No Future’ der einzige Albumtrack in einer anderen Version war, sollten noch zwei mit jeweils zwei unreleasten Tracks kommen. In der Zeit war der endgültige Wechsel zu Vic fest auf der Leadgitarre da, und das neue Songwriting, mit Vic integriert, begann automatisch. Irgendwie siehst Du dann das neue Zeug und spielst Shows und denkst Dir: Nö. Wir releasen hier keine alten Sessions. Wir releasen jetzt den Shit, den wir gerade machen. Call Jakob, we wanna record! Naja, und dann dauert es ja immer noch ne Zeit bis Du die Labels alle an Bord hast und bis die Layouts gemacht sind, all der Schmonzes, haha. Aufgenommen in 2 Tagen heißt ja im DIY immer noch 12 Monate bis Release. Die Nächste ist nebenbei auch schon fertig vom Songwriting her. Aber das ist so derart geheim, dass wir erst in nem Quartal drüber sprechen. Oder Du kommst rum und hörst mal rein im Proberäumchen. :)

Frage: Warum habt ihr euch dafür entschieden, die neue Scheibe auf Vinyl und noch dazu so aufwändig zu produzieren?

* Phil Zero: Es klingt vielleicht zu einfach und erstmal dümmlich, ist es aber beides nicht: Wir lieben alle Fünf – und da kann ich definitiv für alle Fünf sprechen – das, was wir da tun. Und es ist eben nicht nur Musik. Es ist alles, was damit zu tun hat, mit Gumbabies, mit Punkrock – Verzeihung: Kick-Ass-Blues, haha. Das schließt Sound, Texte, Artwork ein. It's anti art, but still Anti-Art, haha. Und es ist vor allem unsere Form des Ausdruckes. Und das eben als Gesamtkonzept. Das mit Vinyl ist simpel. Die Möglichkeiten, mit so einem Coverformat zu arbeiten, sind ungleich grandioser als mit CDs, Vinyl selbst ist die schönste Form des Musik-auf-ein-Medium-Bannens. Neben alten Magnetbändern vielleicht noch, aber die können ja dann wirklich kaum mehr Leute abspielen. Nun ja, und wer nur einen Download will, bitte gibt es auch. Die CD ist nun mal tot, und ich heule ihr keine Träne nach. Wer die Platte als ‚Werk’ haben will, kann die 12-Inch haben und sie haptisch genießen wie ich, selbst wenn er ein Xylakant ist und keinen Plattenspieler hat – denn der Downloadcode liegt bereit. Und für unterwegs, klar, da ist das eh praktisch. Wem das Gesamtarrangement aus Sound, Optik und Haptik wurscht ist, der kann sich die Songs einfach nur so aus dem Web organisieren. Irgendwer hat die sicher irgendwohin gepostet. Also sind alle happy und ich sehe den Punkt in keiner der beiden Varianten, warum eine CD nötig wäre. ^^

Frage: Das Konzept, eine einseitig bespielte 12inch, limitiert auf 500 Exemplare, unter Beteiligung von fünf verschiedenen Labels herauszubringen, ist ja äußerst außergewöhnlich. Welche Vorteile hat das?

* Phil Zero: Oh, eine ganze Reihe. Neben Egofütterung – haha, not really – ist das finanzielle Risiko auf einige Schultern verteilt. Dann ist es schön, in dem Netzwerk aus Freunden, das für uns Punkrock auch bedeutet, gleich mit einer Schar an hervorragenden Leuten zusammen arbeiten zu können und darüber vielleicht sogar ebenfalls diese miteinander zu vernetzen. In the end, it's just us, y'know – so stick together! Die Metaphorik mit dem Spiegel als Flipside sollte fürderhin ein Geheimnis bleiben, das jeder für sich interpretieren kann, wie er möchte, hehe. Ob als Narzissmuswerkzeug, Brotzeitunterlage, Kommerzkritik oder was ihm sonst noch so einfällt...

Frage: Wie kam der Kontakt zu den Labels - besonders den nicht-Münchnern, Campary und Matula – zustande?

* Phil Zero: Das ist einfach die Geschichte, wenn man lange mit Bands bzw. in der Szene unterwegs ist. Wundervolle Labels, die wir alle persönlich kennen. Sie hörten die Aufnahmen und sagten alle sofort zu. Was ich hier sehr schätze, ist, dass Worten auch Taten folgen: Ja geil, ich will dabei sein! - Kühl. Und dann wird das aber auch straight realisiert. Danke, Jungs & Mädel!

Frage: Mit einer neuen Scheibe geht man ja gerne auch auf Tour. Habt ihr konkrete Tourpläne?

gumbabies-live* Phil Zero: Ja, es wird sicher wieder einige Shows auswärts geben. Im Moment weiß ich, dass Konzerte in Österreich im Juni anstehen, aber noch keine konkreten Dates. Im Herbst wird mehr folgen. Wir sind hier noch am planen. Nachdem alle irgendwelchen Dayjobs nachgehen, ist da ja immer etwas Abstimmungsbedarf gegeben. Ganz zu schweigen von den skurrilen Frauengeschichten bzw. Treffen mit Musen, die einen Großteil unserer Zeit in Anspruch nehmen, haha. Im Augenblick tendieren wir dazu, statt einer Tour am Stück von ca. 15 Shows mehrere verlängerte Wochenenden Donnerstag bis Sonntag zu spielen, da dies die besten Tage sind im Prinzip, aber man wird sehen. Nebenbei steht ja immer noch das Angebot, vier Shows im ägyptischen Sinai zu spielen – wie schon seit vier Jahren – allerdings habe ich wieder keine Ahnung, wie wir das zeitlich hinkriegen sollen. Wichtig wäre mir neben Österreich wieder Mittel- und Norddeutschland zu besuchen, vielleicht geht sich ja auch mal wieder etwas mit der Schweiz, den Niederlanden oder Italien. Man muss in unserer Position halt auch immer darauf achten, sinnvolle Routen hinzubekommen, um nicht grausamst draufzuzahlen und dann wochenlang nur noch Reis mit Maggi zu essen...

Frage: Was kommt als nächstes, bastelt ihr schon an einem Full-Length-Album? Soll das dann als CD erscheinen oder auch auf Vinyl?

* Phil Zero: Oh, das große Geheimnis? Na gut, bitte, weil Du es bist: Wir werden eine Split mit unseren Kumpels von Destination: Failure! machen. Wird recht nett werden, da neben neuen Songs jeder Band wir uns auch gegenseitig covern werden und dafür Songs der jeweils anderen freilich ein gutes Stück umarrangieren. Ich hoffe hier auch auf Vinyl, aber ich meine was von CD im Raum stehen gehört zu haben. Soweit bin ich in die Materie noch gar nicht vorgedrungen, zumindest nicht in den ‚offiziellen’ Teil. Jedenfalls sind die neuen Songs von Gumbabies dafür schon fertig. Ein neues Full-Length-Album sehe ich realistisch nicht vor 2012. Nicht vom Songwriting her, ich habe hier allein noch ca. 50 unverwirklichte Textentwürfe im für gut befundenen Ordner und wir alle eine Menge Ideen für Licks, aber aus dem Faktor Zeit und Geld heraus. Irgendwann müssen wir ja auch noch Shows spielen und Arbeiten gehen. Ich denke, wir werden dieses Jahr noch die Split aufnehmen und live so viel machen, wie geht und nächstes Jahr ein neues Album konkretisieren.

Frage: Die Nachricht, dass ihr euch für ein Ende der Sicknight als Regular entschieden hat, hat einige Leute ziemlich erschüttert. Könnt ihr bitte noch mal kurz die Gründe erläutern, was zu der Entscheidung geführt hat und ob ihr als Veranstalter weitermachen wollt?

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* Phil Zero: Naja, das ist ja keine Sache von Gumbabies, sondern von Tom und mir – die wir zufällig auch noch in dieser Band zusammen spielen. Aber es ist einfach eine Anhäufung von Gründen. Die Sicknight als Regular hat viel Spaß gemacht, aber auch wirklich viel Zeit in Anspruch genommen. Booking, dreimal im Monat abends flyern und postern, Vorbereitung des Caterings, Helfer organisieren, einfach alles drumrum. Da ist die Durchführung des Abends selbst noch das Wenigste. Wir haben das aber immer gern gemacht. Wenn ich jedoch sehe, dass die Zuschauerzahlen stetig sinken, weil vielleicht auch Punkmusik im Moment gerade bei den Kids um die Zwanzig in der Menge nicht den Stellenwert hat, die sie haben sollte – oder auch weil einfach eine Übersättigung eintritt bei monatlichem Betrieb, weil es nicht mehr so etwas Besonderes ist, dann höre ich lieber auf, bevor es in den Bereich kommt, wo ich viel Zeit und Herzblut investiere und am Schluss als Idiot da stehe in einem unterbesuchten Laden. Wir haben ja immer sehr knapp kalkuliert mit 5 Euro, damit sich wirklich jeder die Show leisten kann. Wir werden sicher weiter Shows machen, aber eben nur wenn etwas ansteht, das unser Interesse weckt. Sich selbst an ein Regular zu ketten, darin sehe ich keinen Sinn, und für mein Ego brauche ich es auch nicht, Veranstalter zu sein. Wir wollten der Szene etwas geben und manchmal hat das auch gut geklappt. Und jetzt war es Zeit aufzuhören, solange noch circa 100 Leute kommen. Man muss die Sachen nicht extra langsam sterben lassen, wenn man spürt, dass sie nicht mehr den vollen Verve haben. Schade ist es freilich dennoch, weil wir das Projekt natürlich auch mit viel Liebe betrieben haben. Aber ich denke, dass es die richtige Entscheidung war, als Tom und ich dieses Telefonat führten und spontan auf die Idee kamen, aufzuhören, bevor es zu einem Schatten seiner selbst werden könnte.

 

  • Die Sick Night war ein monatlicher Punkrock Ballroom mit üblicherweise zwei Livebands (eine aus der Region, eine von irgendwoher) mit an- und umschließender DJing Party, die gut zwei Jahre von Tom Obnoxious und Phil Zero im Hansa 39 zu München ausgerichtet wurde. Am 18.03. fand die letzte Sicknight statt - Sick Nights wird es weiter ab und an geben aber nicht mehr als Regular monatlich. Dieses Jahr noch zwei, 6. Mai BLUEKILLA und GUMBABIES, dritter Freitag im September (16.) mit KOTZREIZ und MISSBRAUCH.
  • Sick Night Records ist das Label von Tom und Phil Zero.· Da erscheint was ihnen taugt und sie finanzieren können.
  • Sick Night Radio Show ist nach wie vor immer am 1. und 3. Sonntag von 22 bis 23 Uhr auf Radio Feierwerk (München 92,4 UKW und Stream: radio-feierwerk.de). Da gibt es Punkrock und anderer hochklassiger Underground-Rock-und-Roll mit Phil Zero und/oder PamP (Gardengang).

77to11Letzte Frage: Das '77 to ELEVEN' - Logo, was soll das denn schon wieder heißen?

* Phil Zero: 77 ist die große Punkzahl, der Nimbus, das Symbol. Das Symbol eines Konzepts, das Symbole ablehnt also - aber schon immer massivst mit Symbolen anderer spielt und diese adaptiert. Ein totales Paradoxon. Und da sind wir wieder bei dem ganzen Konzept von ‚Love, Piss & Underpayment’ mit der Persiflage auf Götzen. Nun tragen wir als selbsternannte Heilsbringer dieses Konzept ins Jahr 2011. Und benutzen dazu noch eine Formulierung, die an einen Supermarktslogan erinnern könnte. Very funny bastards we are, don'tcha think?! Und mal im Ernst: Wir leben in einer neuen No-Future-Epoche, mach einfach mal den Fernseher an.


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Anhören auf soundcloud: Liquid Sunshine by The Gumbabies

Tags: Gumbabies, Entartet