Abbruch des A+P Jubiläumskonzertes

Offizielles Statement von A+P zum Abbruch des Konzertes am 11.12.10:


"Wir sind wütend & enttäuscht! Wir hatten uns sehr auf den Abend mit unsern Fans & Freunden gefreut. Achmed von Wartburg – Punk der ersten Stunde aus Zürich – war extra angereist. Viele Fans haben eine mühsame Fahrt über viele hundert Kilometer auf sich genommen. Und wir hatten ein Set mit jeder Menge geiler Songs und Überraschungen vorbereitet. Und dann passiert, was wir schon so oft erlebt haben – sei es in München, Luzern oder Zürich: Ein paar wenige betrunkene und aggressive Gäste kippen den ganzen Abend. Als wir anfingen zu spielen, eskalierte die Gewalt vor der Halle und die Polizei fuhr mit massivem Aufgebot vor. Der Veranstalter erhielt die ultimative Aufforderung das Konzert abzubrechen. Wir danken allen Fans und Freunden, die uns in den letzten Jahren unterstützt haben." A+P


Ja, das Jubiläumskonzert von A+P am letzten Samstag musste abgebrochen werden, bevor überhaupt Feierstimmung aufgekommen war. Nun kursieren natürlich die wildesten Gerüchte, wie das geschehen konnte – von provozierenden Nazis ist die Rede, von überforderten Veranstaltern, von gewaltbereiter Polizei, von halb erfrorenen Punks, die angeblich den Eintritt nicht zahlen konnten und daher versuchten, die Türen mit Pfählen einzurammen, ...

Sicher ist eines: es war eine Verkettung von dummen Umständen mit verantwortlich für den unschönen Abbruch des Konzertes - und dazu gehören so banale Dinge wie die seit Wochen schlichtweg nicht vorhandenen Parkplätze für Konzertbesucher des Feierwerks aufgrund der auf dem Gelände nebenan allabendlich zelebrierten Vorstellung des Zirkus Roncalli.

Dazu gehören die im Feierwerk seit neuestem extrem streng einzuhaltenden Auflagen des Jugendschutzes, die eine nervtötende lückenlose Kontrolle der Ausweise von minderjährig scheinenden Gästen am Einlass notwendig machen und auch beim Alkoholausschank besondere Aufmerksamkeit erfordern. Dazu gehört die angeordnete Durchsetzung des Rauchverbotes, die immer dringlicher wird, weil das Feierwerk schon etliche Anzeigen wegen Nichtbeachtung auf dem Tisch liegen hat.

Das sind Dinge, die natürlich alle Konzertbesucher/Innen nerven und verärgern - ganz besonders, wenn sie von außerhalb oder sogar weit her angereist kommen, wo das alles mit Sicherheit nicht so streng reguliert ist wie hier bei uns im Freistaat.

Die große Mehrheit des Publikums kam an diesem Abend nicht aus München! Denen ist es dann auch egal, ob sie den halben Laden zerlegen, weil sie - aus welchem Grund auch immer - eben grad grantig sind. Die wissen ja auch nicht, wie wichtig das Feierwerk für die Münchner Punkszene ist, weil Konzerte in dieser Größenordnung nur dort oder eben im Backstage stattfinden können (wo aber sowieso eigentlich keiner mehr hingehen mag, weil das ein total kotziger Konsumtempel ist und schließlich neben den großen Punkkonzerten dort äußerst fragwürdige Gigs veranstaltet werden, die gelinde gesagt mehr als Grauzone sind).

Die Veranstalter waren gezwungen, das Konzert abzubrechen, weil die Polizei sonst in den Saal gegangen wäre zur Räumung. Dass in München an diesem Abend genug gut gerüstete Polizeieinheiten zum Einsatz bereitstanden, dürfte wirklich jedem klar gewesen sein angesichts des Fussballspieles am Nachmittag und der diversen anderen brisanten Veranstaltungen. Dass die Polizei überhaupt einen Grund hatte anzurücken, ist ein Verdienst des Publikums! Und das ist das wirklich Traurige an der Geschichte.

A+P stehen für intelligenten Punk und nicht für Kaputtmach-Kacke. A+P wollten feiern und wollten nach der super Resonanz auf ihre Auftritte vor ein paar Jahren die Fans noch einmal mit einem besonderen Auftritt beschenken. So, wie es aussieht, war dieser versaute Abend das letzte Konzert der Band.

Konzertberichte / Kommentare:

QUH BERG (Blog)· http://quh.twoday.net/20101212/

Radio Lora http://lora924.de/?p=8300

muenchenblogger http://www.muenchenblogger.de/muenchen-rockt/feierwerk-konzert-der-punkband-a%20p-abgebrochen

Diese Meldung wurde in Abstimmung mit A+P und dem Feierwerk e.V. erstellt.  

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